28. Mai 2026 von D2P
Die Zwei Plagezeichen und der Doppelte Shozo (18)
Originalfolge: und das Riff der Haie (30)
Gesamtwertung: 94%
Ahoi, ihr Landratten!
Seit Langem wollten wir über dieses Hörspiel sprechen. Schon beim ersten Hören ist uns diese Geschichte ans Herz gewachsen und mühelos in die Top 10 aufgestiegen. Und das zurecht, denn hier haben wir es mit einem Paradebeispiel zu tun. Diese Lobhudelei verdient sich die Folge nicht allein — schon das Buch überzeugt auf ganzer Linie durch eine spannende Geschichte mit tragischem Unterton, starker Kulisse und Wendungen, die stets motiviert sind und nicht einfach in sie Handlung geschmissen werden. So muss man es machen. Ein paar Dinge möchten wir hier noch hervorheben, denn: was getan werden kann, das sollte man auch tun. Gäbe es jetzt noch weibliche Präsenz, wir würden uns gar nicht wieder einkriegen...😬
Umweltschutz geht jeden an
So ist es. Und deshalb soll auch ein jeder mit dem Boot im Kreis fahren wie es ihm oder ihr beliebt, und auf diese Weise nicht nur den Umweltschutz, sondern auch die Wirtschaft ankurbeln. Denn aus dieser Drehbewegung entsteht der Strudel der Ereignisse und nicht zuletzt auch der Hurrikan, mit dem es unsere drei Detektive aufnehmen.
Kästner wäre stolz gewesen
Da treffen sich zwei Dreiste, die sich einig sind. Zugegeben: nicht gerade im Ferienlager oder im Internat aber immerhin in einer Situation, die ihren kleinen tödlichen Schabernack begünstigt: im Krieg. Okay, an dieser Stelle muss man seitens des Militärs ein bisschen ideell mithelfen aber in den Wirren des Krieges kann man sich schon vorstellen, dass zwei die Plätze tauschen und es niemandem auffällt. Ob allerdings der jeweils andere auch dieselben Kompetenzen gehabt hätte, bleibt unbeantwortet. Gonda jedenfalls geht hier als klarere Gewinner aus der Situation, für die er allerdings auch erhebliche Arbeit investiert hat. Denn was im Hörspiel wie eine Freirunde klingt, wird im Buch als Konsequenz langer und kleinteiliger Vorbereitung präsentiert.
Die Maske des Rosenritters
Ob mit oder ohne Tauchermaske — Torao ist ein echter Tausendsassa. Scheinbar mühelos gärtnert, taucht und bewacht er, teilweise im Dienste von Mr. Crowe, teilweise auf eigene Rechnung, rund um die Uhr ohne jeden Schlaf zu benötigen. Gleichzeitig — und das ist auch das Stichwort — fällt niemandem auf, dass der gute Torao keiner seiner realen Aufgaben nachkommen kann, da er im Grunde 24/7 im Wasser zubringt. Da bleiben die Rosen wie im Buch ja auch angedeutet, gern mal auf der Strecke. Als Gärtner also 2/5, Bewacher 4/5 und als Taucher zwar 5/5 aber da er am Ende das Gesuchte direkt wieder verliert doch eher 3/5. Hier quält uns aber vor allem eine existentielle Frage: Wenn er täglich 14 Stunden am Riff taucht, isst er dann auch unter Wasser?!?
Wenn der Kuchen redet…
Wir kennen es alle: naseweise Kinder, die dazwischen reden.. In diesem Kriminalspiel bringt ständig irgendwer irgendwen zum Schweigen und dies teilweise auf sehr piesepampelige Art und Weise. Da ist es auch egal, ob Justus gerade des Rätsels Lösung präsentieren wollte oder nur einer per Funk einen anderen rufen möchte, Hauptsache erstmal alle Klappe halten!
Das Ableben der anderen
Ein sehr ernstes Kapitel im Buch ist die Verlesung des Logbucheintrages, sowie auch Toraos Schilderung der Nachkriegswirren und der damit einhergehenden familiären Zerstreuung. Aber diese Ernsthaftigkeit gibt der Geschichte nicht nur den letzten Schliff und die notwendige Tiefe um in Erinnerung zu bleiben, sondern ordnet sie auch in einen festen zeitlichen Kontext ein. Dadurch ist zwar die Zeitlosigkeit nicht gegeben, muss sie aber auch nicht sein. Denn unsere Kritik an mangelnder Zeitlosigkeit ist in der Regel auf überproportional gerichtete (in der Regel) technische Aspekte gerichtet, welche dem Laufe der Dinge folgend sich abnutzen und schließlich fast immer unangenehm besetzt werden. Aber die Story in die Weltgeschichte einzuordnen, ist ein starker Aspekt, der auch gleich als netten Beieffekt hat, dass sich die Ereignisse der Folge realer anfühlen als so manches Rocky-Beach-Abenteuer.
Fazit: Stark. Alles stark. Gute Charaktere (leider wie so oft ohne Frauen), starke Handlung, super Umsetzung mit dynamischer Gesprächsführung und das in so kurzer Spieldauer. Das nehmen wir gern und freuen uns. Die 94% sind verdient.
Nächstes Mal wird es gruselig. Wir gesellen uns zu Pleitegeier-Spongebob, dem sein Elternhaus unterm Hintern wegbröselt und helfen ihm aus seiner großen Misere: Sich mit dem stets zu Undiensten stehenden Sackgesicht Skinny Norris eingelassen zu haben. Kommt alle und bringt alle mit!