4. Dezember 2025 von D2P

Die Zwei Plagezeichen in: 26 Sekunden bis zur Tür!!! (14)

blog-feature-image Originalfolge: Dämon der Rache (173)
Gesamtwertung: 47%
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Hier die Episode anhören:

Lange haben wir das, was jetzt kommt, vor uns hergeschoben. Lange schon wollten wir - und haben uns doch nicht getraut. Schon die fünfte Folge hätte es werden sollen. Aber dann kam der Regisseur mit einer Predigt über Qualitätsprogramm und dass man nicht einfach gleich jeden Scheiß machen könne und naja, nun ist es endlich soweit. Zeit und Grund genug für ein bisschen schlechte Laune. Es naht: Der Haizombie!

Was wäre geeigneter für einen Sriller als genau dieser Character?


Diagnose: Haizombie


Ganz schön locker flockig posaunt Peter diesen Namen heraus, als ob wir uns alle nichts Natürlicheres an einem Sommernachmittag an der Küste vorstellen könnten als einen Haizombie. Es ist vermutlich davon auszugehen, dass in “Peters Welt” (das war übrigens auch der Name der Musik-Sendung, die Peter für fast zwei ganze Ausgaben in der Bürgerfunk-Sparte der Rocky Beach Radio Show moderierte, bis sie — sehr zum Leidwesen der beiden wirklich sehr verzückten ZuhörerInnen — aus Mangel an Varianz abgesetzt wurde. Er wollte Nischenprogramm bieten. Alles rund um die Musik der Red Devils sollte es sein. Leider nur belief sich die gesamte Diskografie der .. naja.. Musikgruppe (?) auf zwei Singles und ein Live-Bootleg, auf welchem sie aber auch nur die beiden Singles spielten. Aber wir schweifen ab..) durchaus Platz und Nachfrage für und nach Haizombies besteht. Am liebsten noch im oder zumindest aus dem Nebel. Da geht unserem Schisser das Schisserherz auf.


Exposition ad absurdum


Noch ein Grund für schlechte Laune: Minutenlang quakt der Bub einem die komplette Backstory und all ihre Zusammenhänge in die Trommelfelle. Kein Detail darf vergessen werden. Und der ganze Rest steht im Fluch-Buch. Zwischendurch noch mega-wichtige Nebendialoge und fertig ist das Foreshadowing. Wozu da noch selbst ermitteln?


Der Fluch der Theaterschauspielerin


Gefühlt in jeder Episode denkt man an irgendeiner Stelle “und alle Augen rollen nach oooooben!”. Aber wo Theaterdiven auftreten, ist es nunmal gewiss. Hier kommt es schon recht früh, in dem Moment nämlich, in dem Tante Dings auftritt. Mrs. Pembroke ist eine lebenslustige Frau mit vielen Freunden, mit denen sie am liebsten singt und tanzt und die wir in einer merkwürdigen Phase ihres Lebens kennen lernen dürfen. Wolkenkratzer fallen hier zwar keine aber zumindest regnet’s Ohrfeigen für Baby Fatso. Und das ist schließlich auch etwas. Akustisch gesehen bringt zwar eher sie das Unheil über uns aber wer wird denn gleich kleinlich werden?


Der Kalifornische Kreidekreis


Wer jemals in der Schule Tafeldienst hatte, weiß: Es gibt kaum etwas Schlimmeres als Kreidestaub auf den Fingernägeln. Arrgghh, da läuft es einem beim Schreiben dieser Zeilen kalt den Rücken hinunter. So jedenfalls dürfte es Luke und vor allem Rupert jeden Tag, jede Stunde, überhaupt immer ergehen. Vermutlich auch das der wahre Grund dafür, dass Luke anfangs um Hilfe ruft .. Verzeihung: schreibt. Denn dann ist er eigentlich doch ganz happy, zu bleiben, wo er ist. Und zur Tante: Mit Edding hätte man den Quatsch nicht jeden Tag neu schreiben müssen. Und zu Rupert: Die Kreidezeichen müssten nicht jeden Tag neu geschrieben werden, wenn der feine Herr seinen Putzteufel auch mal auf andere Weise ausleben würde! Hat er sich mal den Garten angeschaut?!?


Den Unsympathen beim Schopf


Zugegeben: Hier gibt es keine sympathischen Figuren. Alles ist dabei: von weird bis superweird. Bloß keine Normalos bitte. Und Verdächtige noch und nöcher! Rupert, weil er eine komische Frisur hat, Earl Forrester, weil er Informatiker ist und die Liste geht so weiter.. Und Schenk macht hier einen super Job. Da kann man sagen, was man will. Der Kollege kann das.


Salzwasser


Mmh, ja lecker. Einfach mal probieren. Wird schon keine Batteriesäure sein. Wobei die Experimente des Studenten (der wohlgemerkt Informatik studiert und nicht angewandte Physik oder Elektrotechnik!) schon auch eine solche Flüssigkeit im Treppenhaus hätten erklären können. Aber sei’s drum. Bob ist Rechercheur mit Leib und Seele und da muss eben recherchiert werden. In einer solch abgedrehten Geschichte macht man am besten das, was man gut kann und wo man sich sicher fühlt. Also auf die Knie, Zunge raus und ran an den Teppich. Okay, im Kopf klang der Satz besser.. 😬

SALZWASSER.

DAS wäre der übrigens bessere Titel gewesen.


Der Fluch des Fluchs-Buch-Fluchs


Das kommt uns bei unseren Fällen häufig unter. Flüche und dunkle Begebenheiten, die bis ins kleinste Detail aufgeschrieben für die Nachwelt zugänglich sind. Und dabei muss man schon fragen, wer denn bitte diese Geschichte inklusive Fluch aufgeschrieben haben soll!?1! Einer der fanatischen Pem-Brüder? Ist das nicht besser als jedes Geständnis? Und auch dämlicher, weil der Plan war, den Haihappenharpunier zum lockeren Quatschen beim Teufelsfelsen (oder war das Fünf Freunde?) Zu locken als gäbe es im Hafen keine Kneipe? Und dann kommt der auch noch???


The Destruction of the Destroyer


Man kann sagen, was man will: Dieser Ex-Wrestler ist sein Geld wert. Ein absoluter Profi, der für Kohle jeden Scheiß macht und bis um Schluss loyal seiner Kakaduhaften Gebieterin (in der vorletzten Szene ja wirklich mehr Vogel als Mensch) treu ergeben ist. Starker Typ. Obwohl wir davon ausgehen dürfen, dass unser hünenhafter, mehrere Waschmaschinen hoher Freund nicht das Gehirn der Operation ist, hätte die Idee mit dem Fischkopf und der anschließenden Nicht-Horror-haften Flucht mit quietschenden Reifen auch von ihm sein können, so albern wie man sich das vorstellt. Falls er also irgendwann aus dem Gefängnis entlassen werden sollte: Zugreifen. Gutes Personal ist heute schwer zu bekommen. Auch interessant wäre es, zu erfahren, was er bei den Celebrity Starshine Parties zur Erheiterung der Gäste getan hat. Leute mit Roundhouse-Kicks in die Notaufnahme stiefeln? Oder mit dem Kopf Biergartentische zertrümmern? Werden wir wohl leider nie herausfinden. Schade.

Fazit: Joa, wo steht man jetzt? Sagen wir mal so: Das Drehbuch ist Schwachsinn und der Regisseur ist übergeschnappt. Die Folge ist schon arg abgedreht und nimmt sich dabei leider doch ziemlich ernst. Zählt man dazu die mehr oder weniger fehlende akustische Untermalung (und dabei wären SO VIELE Dinge zum Hören da gewesen) und die anstrengende Performance der Tante, so kommen wir bei 47% heraus. Zu wenig? Zu viel? Honestly, bei dieser Geschichte schwer zu sagen. Lassen wir einfach mal so stehen.

Nächstes Mal wird es musikalisch. Und postalisch. Und mehr verraten wir noch nicht. Wobei, doch eigentlich schon. Sagen wir ja immer am Ende jeder Folge. Also dann — kommt alle und bringt alle mit!

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